Vollmilch- oder fettarmer Joghurt?

Das Angebot an Joghurt ist riesig - ich sage dir, worauf du beim einkaufen achten solltest.

Vollmilch- oder fettarmer Joghurt?

Magermilch oder Vollmilch? Griechischer Joghurt oder 0% Fettjoghurt? Hast du dir diese Frage auch schon öfters gestellt, als du vor dem Milchregal standest? Nun ja, ich schon. Und ich kaufe sowohl den normalen als auch den Diät-Joghurt. Der Grund ist, dass ich zufriedener bin, wenn ich den Vollfett-Joghurt esse, der schmeckt bei uns in der Türkei so was von gut. Wenn ich Lust auf Nachtisch habe, fülle ich schnell ein paar Löffel Joghurt und frische Früchte in eine Schüssel, ein paar Nüsse drüber und fertig.  Aber wenn ich vom Training zurückkomme und meinen Körper nur mit einer Extraportion Protein anheizen möchte, benutze ich den fettarmen Joghurt.

Also welchen Joghurt ich in welcher Situation benötige, sagt mir mein Körper selbst. Und übrigens, ich esse nur Naturjoghurt, ich kaufe niemals Joghurt mit Geschmack. In seltenen Fällen möchten die Kinder Erdbeerjoghurt, wenn es keine frischen Erdbeeren mehr gibt und das finde ich auch in Ordnung. Am besten wäre natürlich, Erdbeeren einzufrieren wenn sie Saison sind. Aber mit meinen Kindern ist das schlichtweg unmöglich, die verputzen immer gleich alle.

Hier in der Türkei essen die meisten Menschen Natur-Joghurt, denn sie essen ihn zusammen mit Spinat, Bohnen oder Reis. In der Schweiz essen wir Joghurt eher zum Frühstück oder als Dessert. Deshalb gibt es auch so viele exotische Kombinationen oder sogar limitierte Editionen. Diese Joghurt schmecken bestimmt auch toll, aber ihr könnt mir glauben, dass sie voll mit Zucker sind.

Aber schauen wir uns die Nährwerte zum Vergleich an. Ich kaufe normalerweise den Joghurt von Sütas, bin mir aber sicher, dass die Ergebnisse für die meisten anderen Marken ähnlich sein werden. Die Protein-, Kohlenhydrate- und Kalziumwerte sind in 100 Gramm fettarmem und vollfettigem Joghurt buchstäblich identisch: Es sind 4 Gramm Protein, 6,5 Gramm Kohlenhydrate und 175 mg Kalzium. Die einzigen zwei Dinge, die sich unterscheiden, sind die Fett- und Gesamtkalorienwerte. Der Diätjoghurt enthält 1,4 Gramm Fett und 55 Kalorien pro 100 Gramm, während der Vollmilchjoghurt 3,9 Gramm Fett enthält und insgesamt 77 Kalorien hat. Der Vorteil von fettarmem Joghurt ist, dass du die gleiche Menge an Kalzium, Kalium und Protein mit weniger Kalorien und Fett zu dir nehmen kannst. Ernährungswissenschaftler, die Vollmilch-Joghurt empfehlen, argumentieren, dass bei fettarmen Milchprodukten Fett entfernt worden ist, welches dir geholfen haben könnte, länger satt zu bleiben. Sie behaupten auch, dass Fettsäuren die Fettverbrennung in der Leber anzuregen vermögen. Fairerweise wollen wir mal annehmen, dass das wahr ist. Doch am Ende zählt für die Gewichtsabnahme die Summe der Kalorien, oder? Ich glaube nicht, dass die Fettsäuren mehr als die 22 Kalorien verbrennen, die ich gespart habe, indem ich 100 Gramm Magerjoghurt statt Vollmilch-Joghurt gegessen habe.

Ich muss hier noch anfügen, dass, wenn du Fruchtjoghurt kaufst (bitte nicht!!), die fettarmen keine gute Wahl sind, weil der Kompromiss für weniger Fett oft mehr Zucker bedeutet. Um den vollen Geschmack zu erhalten, kompensieren viele Hersteller den niedrigen Fettgehalt mit mehr Zucker. Mehr Zucker wirkt sich negativ auf deinen Blutzuckerwert und damit auf dein Körpergewicht aus.

Mache es so wie ich: kaufe sowohl Mager- als auch Vollmilch-Joghurt. Studien zeigen, dass Menschen, die eine mediterrane Ernährung mit viel Fisch und Salat vorziehen und jeden Tag eine Tasse Vollmilch-Joghurt essen, mehr abnehmen als diejenigen, die nur ein- oder zweimal pro Woche Joghurt essen.

Ahh, und was die Milch angeht: Ich kaufe nur Bio-Vollmilch, weil ich ja jederzeit ein wenig Wasser reingiessen kann und dann automatisch Magermilch habe. Manchmal bereite ich zum Beispiel Chia-Pudding zu und es fühlt sich an, dass die Milch zu schwer ist, weil ich viel benutze. In diesem Fall füge ich einfach etwas Wasser hinzu und das Problem ist gelöst.